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"Salse per Gru..." (2004)


Ein Filmprojekt von Verena Wüsthoff und Stefan Wanzenried
Musik und Zuspielband: Fabrizio de Rossi Re
Film von Stefan Wanzenried, 2004
Unter Mitwirkung von Emma Murray und Marcel Leemann (Tanz)

Inspiriert durch den Film "Fellini Satyricon" komponierte Fabrizio de Rossi Re 1993 das Stück "Salse...." für Blockflöten und Zuspielband, dessen Textgrundlage ein Rezept des römischen Meisterkochs Apicius (25 v. Chr. - ?) ist. Der Film Salse wurde 2004 für das Programm "Zapping" von Stefan Wanzenried zu diesem Stück produziert.

"ATEM" (2003)


ATEM für einen Bläser

Version für Blockflöten und Videoinstallation
von Verena Wüsthoff und José Navarro

"Erfundenes: ein pensionierter Bläser widmet sich stets dem Gleichen: seine Instrumente glänzend zu erhalten. Immer wieder (…) öffnet (er) die Kästen, nimmt die Instrumente weitgehend auseinander und montiert sie anschließend zusammen, ölt die Mechanik, pustet ins Blasrohr, trocknet Speichelreste, (…) übt stumm (…) und putzt dabei unaufhörlich weiter. Zum richtigen Blasen kommt er selten.

Gleichzeitig tritt ein junger Bläser auf, (…) und trägt (…) seine Partie vor. Die Töne, die er zu spielen vermag gelingen selten. (…) Im Verlauf des Stückes nimmt das Alter dieses Musikers zu. Er bleibt schließlich - eines unverzerrten Blasens nicht mehr fähig - scheinbar tot auf dem Fußboden liegen, den erhofften Ruhestand erwartend. Sein alter Ego, der Putzgeist, verläßt den Raum." (M. Kagel)

"IMAGES" (2003)


Verena Wüsthoff, Blockflöten
Eva Zöllner, Akkordeon
Emanuele Forni, Gitarre

Programm:

Calliope Tsoupaki (* 1963): Charavgi (1994)
für Renaissance-Blockflöte in G

Toshio Hosokawa (*1955): Birds Fragments IIIb (1990/03)
für Gb/Sno-Blockflöten und Akkordeon

Maurizio Pisati (*1959): Vormittagspuk (1997)
für Tenorblocklöte, Gitarre und Film

Fabrizio de Rossi Re (*1960): Salse per gru, anatra… (1993)
für Blockflöten und Tonband/Video

Mauricio Kagel (*1931): ATEM (1969/70)
Version für Blockflöten und Tonband/Video

for a consort of recorders
"SERMONE BLANDO" (2003)
between Elisabeth I and John Cage


sermo, onis m
(…) a) gelehrtes od. kunstmäßiges Gespräch, wissenschaftliche Unterredung, Disputation, Dialog (…) b) meton. Inhalt od. Stoff des Gesprächs (…) d) Sprache = Sprechweise, Rede-, Ausdrucksweise, Ausdruck, Diktion

blandus, e
(…) schmeichelnd, liebkosend, schöntuend (…), schmeichlerisch: a) (v. Worten, Bitten u.ä.) = einnehmend, gewinnend, höflich, artig (…) b) zum Genuß einladend, Wohlbehagen erweckend, lockend, reizend

sermone blando
verbindet Instrumentalwerke englischer Komponisten aus dem Umfeld Elisabeths I. mit Werken von Frederic Rzewski und John Cage sowie Auzügen aus John Cages "Silence" (Vortrag über Nichts).

Programm:

"nichts"
anonymus: cantus firmus SERMONE BLANDO
William Byrd(1539/40-1623): SERMONE BLANDO à 3, SERMONE BLANDO à 4

"poesie"
Christopher Tye(ca. 1500-1572): Sit Fast
John Cage(1912-1992): THREE
Christopher Tye: Sit Fast

"material"
John Baldwine( ? - 1615): SERMONE BLANDO, ANGELUS

"klänge"
Frederic Rzewski(*1938): Les Moutons de Panurge
William Daman(1540/41-1591): Di Sei Soprani

"geräusche"
John Baldwine( ? - 1615): Miserere
Henry VIII(1491-1547): Taunder Naken

"coda"
Texte aus: John Cage: "Silence" (1959), übersetzt von Ernst Jandl

"Ueber schall" (2002) - Rezital in 6 Szenen


Zeitgenössische Musik für Blockflöte und andere Darsteller

In diesem Programm zeigen wir sechs sehr unterschiedliche Werke, die auf verschiedene Weise jeweils eine eigene Geschichte erzählen. In jedem dieser Werke spielt das szenische eine mehr oder weniger große Rolle, oft ist es ambivalent, ob der Klang die Bilder oder ob die Bilder den Klang illustrieren. Im verlauf des Programms verlagert sich die Bedeutung des szenischen: Von der reinen Illustration der Musik hin zum Theater mit Musik.

Für den Ablauf des gesamten Programms schwebte mir vor, eine Art Kino- oder Theatervorstellung zu kreieren. Alle notwendigen Umbauten oder Ortswechsel sollten sich möglichst organisch einfügen und als Teil der Szene wahrgenommen werden. Dies versuchte ich einerseits durch die Entwicklung eines passenden Raum- und Lichtkonzepts zu erreichen, denn ähnlich wie im Film sind sowohl Schnitte als auch Überblendungen möglich. Andererseits ließ ich an einigen Stellen klassische Filmmusik zuspielen, um zusätzliche Überblendungseffekte zu erreichen. Während Spots versuchten wir außerdem, durch das Einspielen "fremder" Musik Kontraste und Unterbrechungen zu schaffen.

Programm:

Mario Lavista (*1943) - Ofrenda (1986)
und Version für Tenorblockflöte und Tänzerin

Jan r. van Roosendael (*1960) - Rotations (1988)
Für Altblockflöte in G

Fabrizio de Rossi Re (*1961) - Three pieces for films by Hans Richter (1997)
(Mit Filmen von Hans Richter, 1928 - 1930)

Frederic Rzewski (*1938) - Spots (1987), Nr. 1, 2, 3, 9, 12
Und für 4 spieler mit verschiedenen Instrumenten
Stefan Wanzenried (*1979) - Filme zu Spots (2001/2)

Vinko Globokar (*1934) - dos a dos (1988)
(Version für Blockflöte und Klarinette)

Mauricio Kagel (*1931) - Atem (1969/70)
Für einen Bläser